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Fibromyalgie

Was ist Fibromyalgie? Auf den Punkt gebracht = Schmerzen überall !!!

Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronische Erkrankung (ohne entzündliche Werte) mit starken, andauernden Schmerzen in der Muskulatur und an den Sehnenansätzen sowie hartnäckigen Muskelverspannungen und einer gestörten Stressverarbeitung. Beim Fibromyalgiesyndrom gibt es über 100 mögliche Begleitsymptome, wie z. B. chronische Müdigkeit und Erschöpfung, Schlaf-, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen, Morgensteifigkeit, Reizdarm und Reizblase, Kopfschmerzen, Depressionen, veränderte Schmerzwahrnehmung mit Herabsetzung der Schmerzschwelle, erhöhter Muskeltonus und gestörte Temperaturregulation. Meist beginnt die Krankheit mit Schmerzen an einer oder wenigen Stellen bis schließlich nach Jahren der gesamte Bewegungsapparat betroffen ist.

In Deutschland leiden ca. 5 % der Bevölkerung an Fibromyalgie, wobei ca. 80 % der Betroffenen Frauen ab 35 Jahren sind. Leider können sogar schon Kinder von dieser unheilbaren Krankheit betroffen sein. Eine der möglichen Ursachen ist eine Störung des Serotonin-Stoffwechsels (Serotonin ist ein Nervenbotenstoff, der ständig im Körper produziert wird), der bei Fibromyalgie-Patienten nicht so funktioniert wie er soll.

Da die Fibromyalgie nicht einfach zu diagnostizieren ist (obwohl sich inzwischen chronische Schmerzen im Gehirn nachweisen lassen – so kommt es in bestimmten Hirnregionen zu Gefäßerweiterungen) und es immer noch Ärzte geben soll, die die Existenz der Krankheit leugnen und die Patienten daher als Simulanten abstempeln, haben viele Betroffene eine jahrelange Arzt-Odyssee hinter sich. Das permanente Unverständnis von Angehörigen, Freunden, Ärzten oder Arbeitgebern ist frustrierend und verstärkt die Krankheit zusätzlich.

Studien zeigen, dass bei Fibromyalgie-Patienten die Tiefschlafphasen gestört sind. Dadurch ist auch ein langer Schlaf nicht erholsam und führt zu Reizbarkeit, Unkonzentriertheit, Nervosität und Niedergeschlagenheit.

Ein Gesunder versteht nicht, wenn uns von einer Sekunde zur anderen plötzliche Schmerzen oder starke Erschöpfung quälen, die leiseste Berührung uns vor Schmerzen „aufheulen“ lässt. Schließlich sieht man uns die Krankheit ja nicht an – hätten wir z. B. einen Gipsarm wäre das etwas ganz anderes. Oft hilft es, wenn man weiß: „Ich bin nicht allein!!!“

Eine mit Hilfe der DFV in 2008 erarbeitete „Leitlinie für Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“ kann hoffentlich bald zu mehr Arzt-, Krankenkassen- und Patienteninformation sowie zur Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen. Immerhin wird die Fibromyalgie inzwischen sogar als Schwerbehinderung anerkannt.

Um sich Gehör zu verschaffen, traf sich die DFV auch mit dem Europäischen Netzwerk Fibromyalgie in Brüssel. Hier wies man Politiker des Europaparlamentes auf die Krankheit hin und forderte generelle Anerkennung und Unterstützung.

Leider gibt es bei Fibromyalgie bisher noch keine Heilung, sondern nur eine Linderung der Beschwerden. Die Akzeptanz der Krankheit, Patienteninformation, kontrollierte körperliche Aktivität (Warmwasser- und Fibromyalgie-Trockengymnastik, Nordic Walking, medizinische Trainingstherapie), tägliches Dehnen der Muskulatur, Physiotherapie um verspannte Muskeln zu lockern, Stressabbau und Entspannung sowie Psychotherapie als auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen können sehr viel zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

„So verschieden wie die Begleitsymptome sind, so unterschiedlich sind auch die Therapien, die dem Einzelnen gut tun. Jeder muss für sich selbst den besten Weg herausfinden und den Mut aufbringen, diesen auch zu gehen!“

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