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Jeder Laptop wird erst einmal komplett gelöscht. Erst dann spielt Caroline Drossel neue Software auf Foto: Nowatzky

DRK programmiert alte Geräte für Bedürftige um.

Spenden sind willkommen

Von Stefanie Nowatzky

Norderstedt

Eine aufgebogene Büroklammer ist Caroline Drossels wichtigstes Werkzeug. Die 46-jährige setzt die Metallklammer wie einen Dietrich an das CD-Laufwerk des alten Laptops und öffnet es so ohne Stromanschluss und vor allem, ohne den Rechner einzuschalten.

Denn die Web-Programmiererin will einfach alle Daten auf dem gespendeten Laptop überschreiben. „Wer uns seinen Laptop als Spende bringt, kann sicher sein, dass sich niemand die Daten anschaut. Dazu brauche ich kein Passwort. Ich überschreibe mit einem Programm von CD jedes einzelne Bit auf der Festplatte dreimal - das ist absolut sicher“, sagt die gebürtige Französin.

Sie arbeitet ehrenamtlich im PCafé des DRK am Kielort. Ihre Idee: Umrüsten statt wegwerfen. Dazu sammelt sie Laptops, die sich nicht mehr auf das aktuelle Windows umrüsten lassen und rüstet sie neu aus.

Mit lizenzfreien Programmen unter dem Betriebssystem Linux werden die Laptops an Bedürftige weitergegeben. „Linux ist super für Bildung und läuft auch noch auf älteren Rechnern“, erklärt sie.

Aber vorher werden die Rechner einmal komplett gesäubert. Dazu hat sich die Programmiererin noch kompetenten Rat eingeholt. Der Chaos Computer Club attestierte ihr: Mit ihrer Methode bleibt keine Information mehr auf dem Rechner.

Drei Stunden dauert es, bis die Festplatte komplett geputzt ist, dann kann der Neuaufbau beginnen.

Am Ende sind die Laptops einsatzbereit um etwa Bewerbungen zu schreiben, Sprachen zu lernen, E-Mails zu schreiben oder Musik zu hören – alles mit lizenz- und damit kostenfreien Programmen von Caroline Drossel vorbereitet.

Gebrauchen kann sie für diese Aktion jeden Laptop mit mindestens einem Gigabyte RAM, aber der Rechner muss funktionstüchtig sein.

„Daran herumschrauben kann ich nicht“, lächelt sie und setzt ihre Büroklammer an den nächsten Rechner.

Wer Laptops spenden möchte, kann das jeden Dienstag von 9.30 bis 12.30 Uhr direkt im PCafé tun.
Kontakt unter Telefon 040/320 494 00 oder per E-Mail an pcafe@wtnet.de

Bericht über einen Laptop

Neulich trafen wir Freunde aus Kiel, die einen Flüchtling aus Syrien bei sich im Haus aufgenommen haben.
Von ihnen erfuhren wir, dass in Kiel viel für die Integration von Flüchtlingen getan wird, besonders dann, wenn die Flüchtlinge große  Bereitschaft zeigen, sich integrieren zu lassen und z. B. schnell und gut die deutsche Sprache lernen.
Diese Freunde erzählten nun,  dass Mahmoud, (so heisst "ihr" Flüchtling), gerne ein Notebook hätte, um zu lernen und Kontakt zu seiner Familie in Syrien zu halten.

Ich wusste nun gerade, dass das DRK in Norderstedt genau für diesen Zweck gebrauchte Notebooks weitergibt. (Sie werden vorher komplett gelöscht.)
Ein Anruf bei Caroline Drossel, die mir aus früherer Zusammenarbeit (gemeinsame Bearbeitung der Internetseiten vom Deutschen Roten Kreuz in Norderstedt) bekannt war,  genügte, um am nächsten Tag ein "frisches" Notebook in Händen zu halten. (mit einem lizenzfreien Linux-Betriebssystem  (Bedienung sehr Windows-ähnlich)  und mit der Möglichkeit, arabisch zu schreiben.

An einem der folgenden Wochenenden trafen wir uns dann mit unseren Freunden in Kaltenkirchen in einem Café, um das Notebook zu übergeben.

Es folgt hier ein Auszug einer E_Mail von Mahmoud, nachdem er nun ein paar Wochen Erfahrung  mit seinem Notebook gemacht hat:
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Hallo Dirk,

erst einmal vielen Dank, dass du den Laptop für mich besorgt hast . Darüber freue ich mich .
In meinem Intergrationkurs habe ich etwas über den Matrosenaufstand in Kiel , über DDR und die Mauer gehört , da sehe ich dann noch mal bei Wikipedia und Youtube nach .
Für den Deutschunterricht hole ich mir manchmal Arbeitsblätter aus dem Internet .
Mit der Arabischen Einstellung gucke ich manchmal Arabische nachrichten , oder auch in Wikipedia und auch Arabische Musik im Youtube .
Das hilft mir alles sehr beim Deutsch lernen und über Informationen zu meiner Heimat .
Nochmal vielen Dank . herzliche Grüsse von mir und von Hans Michael und Marie luise .

Mahmoud